Foto (jör): Die Vertreter von mehr als 20 Institutionen und Beratungs- wie Hilfseinrichtungen bei der Unterzeichnung der Willenserklärung für die Umsetzung der „Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz” im Wendelsteiner Rathaussaal.

 

 

„Lokale Allianz für Menschen mit Demenz”: Willenserklärung im Rathaus vorgestellt

„Historischer Moment für die lokale Allianz in Wendelstein”

 

Wendelstein - Mehr als 20 beteiligte Institutionen, Hilfs- und Beratungseinrichtungen und interessierte Einzelpersonen erlebten gemeinsam einen wichtigen „historischen Moment für die lokale Allianz” in der Gemeinde Wendelstein, als sie zur Unterzeichnung der Willenserklärung für die Ziele dieser „Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz” im Gemeinderatssaal des Wendelsteiner Rathaus zusammenkamen. Sowohl die Vorbereitungen zu diesem großen ersten öffentlichen Schritt wie auch die weitere Koordination liegen bei der AWO Wendelstein, die in Kleinschwarzenlohe das „Mehrgenerationenhaus” für den Landkreis betreibt und außerdem derzeit einen Anbau ans MGH für die Betreuung einer Demenzgruppe plant und errichtet.                                                                             

 

 „Für mich ist es heute ein besonderer und historischer Moment vor allem für die lokale Allianz als unser gemeinsames Projekt” würdigte AWO-Vorsitzender Klaus Pusch das Treffen und auch die Örtlichkeit, den Gemeinderatssaal im Wendelsteiner Rathaus, als er dort die Begrüßung der Repräsentanten der mehr als 20 Institutionen, Beratungs- und Hilfseinrichtungen und mehrerer Interessierter privater Förderer übernahm. Mit der Unterzeichnung der Willensbekundung, so Pusch, werde ein wichtiger Schritt getan, um in der Gemeinde Wendelstein die Demenz als Krankheitsbild in der Öffentlichkeit richtig darzustellen und so zugleich für die Betroffenen und deren Familien Hilfe und Beratung bieten zu können. 

Die Idee zur Gründung lokaler Allianzgruppen, so der AWO-Vorsitzende, kam von der Bundesregierung und wurde vorrangig an die jeweiligen Träger der örtlichen „Mehrgenerationenhäuser” weitergegeben, weshalb in Wendelstein die Aufgabe der Planung und Koordination entsprechender Aktivitäten an die AWO als Sozialverband herangetragen wurde. „Wir gehen diese Aufgabe gern an und freuen uns umso mehr, jetzt und hier so viele Mitträger und Unterstützer in der Gemeinde zu haben und gemeinsam mit allen die Aufgabenstellung der „Lokalen Allianz” anzugehen und praktisch mit Leben zu erfüllen” beschloß er seine Ausführungen.

Gemeinde unterstützt die Arbeit der „lokalen Allianz”

Vor dem Grußwort von Bürgermeister Werner Langhans erhielten die anwesenden Institutionen kurze Gelegenheit zur Vorstellung ihrer Schwerpunkte und Arbeitsfelder, zumal die Liste der örtlichen Förderer von den Apotheken und Ärzten über die Gemeinde mit Seniorenbeauftragter Sonja von Kress bis hin zu den Kirchengemeinden, sozialen Einrichtungen wie der Diakonie und dem AWO-Heim, dem Pflegestützpunkt des Landkreises, den Nachbarschaftshilfen und Beratungsdiensten bis hin zu Pflege- und Betreuungsdiensten reicht. Beeindruckt von diesem vielfältigen wie effektiven Gesamtangebot betonte Bürgermeister Werner Langhans, daß die Gemeinde für die Arbeit und Anliegen der „lokalen Allianz” immer ein offenes Ohr haben werde.   

„Zum Glück ist die Demenz als Krankheit heute kein Tabuthema mehr, sondern in der Öffentlichkeit angekommen, denn Demenz kann jeden treffen - und das nach neuen Erkenntnissen zudem schon als junge Erwachsene”. Es sei deshalb falsch, Demenzkranke aus der Gesellschaft auszuschließen, vielmehr gelte es ihnen in unserer Gesellschaft weiterhin einen festen Platz zu garantieren und dabei auch die Angehörigen mitzunehmen umriss Langhans die Problematik und dankte allen anwesenden Personen und Institutionen für deren Bereitschaft, sich in der „Lokalen Allianz” einzubringen und Betroffenen wie deren Angehörigen damit zu helfen. 

Nach der Unterzeichnung der Willenserklärung stellte Judith Rechsteiner von der AWO Wendelstein die nächsten Aktivitäten der „Lokalen Allianz” vor. Als Fortsetzung der öffentlichen Vortragsreihe zum Thema „Demenz” wird am Montag, 17. März, Allgemeinarzt Dr.Fritz Kerler aus Röthenbach St.Wolfgang einen Vortrag über „Demenz aus der Sicht der Hausarztpraxis” im Mehrgenerationenhaus der AWO in Kleinschwarzenlohe. Angedacht ist zudem für die zweite Jahreshälfte, für Kinder und Jugendliche eine altersgerechte Informationsmöglichkeit zu erarbeiten, zumal regelmäßig im AWO-Heim für die Mittelschule Praktikumsplätze angeboten werden, in deren Rahmen die Jugendlichen auch mit dem Krankheitsbild der Demenz konfrontiert werden können.   (jör)